Samstag, 5. September 2009

Einmarsch in Tripolis

Die Lega dei Ticinesi hat eine eigene Idee, das Problem der zwei Geiseln in Libyen zu lösen: man erkläre Libyen den Krieg (Artikel Tagesanzeiger). Ich überlege mir gerade, wie ich das mit der nötigen Contenance kommentieren soll, aber das gelingt mir nicht. Denen hat es definitv ins Hirn geschissen (soweit Hirn vorhanden).
Machen wir doch kurz das Gedankenspiel: unsere Armee macht ihre Mittelmeermarine bereit, um in der Nähe von Tripolis an Land zu gehen. Mit ihren Gewändern ist sie im Wüstensand perfekt getarnt. Unsere Kampfbomber lassen wir bei Gaddafis gutem Freund Silvio auftanken, bevor sie die Festungen in Tripolis angreifen. Soll ich weiterfahren? Lassen wir es. Das Resultat: Viele Tote auf beiden Seiten, über Jahrzehnte diplomatische Verstimmungen nicht nur CH-LY, sondern weitherum, Erfolg gleich null.

Ich bin für den Weg des Bunderates. Hansruedi Merz hat etwas gewagt und ist leider gescheitert. Bei einem Regime mit der Willkür eines Gaddafi-Clans kann das passieren. Klar ist es für die zwei Geiseln nicht lustig, in Libyen festzusitzen, aber sie werden auch nicht mit Handschellen bei Wasser und Brot gehalten. Ihr Leben ist nicht bedroht, anders als die kürzlich freigekommenen Mali-Geiseln. Es ist auch richtig, dass jetzt das Aussendepartement den Ball wieder aufnimmt.

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