Sonntag, 27. September 2009

Gedanken kreisen lassen




Ach, ist das ruhig im Moment. Abseits von irgendwelchem Verkehr scheint die Uhr um Jahrzehnte zurückgestellt. Nur ein paar nahe Kuhglocken sind zu hören, weiter weg ein Singvogel, noch weiter weg ein anderer Vogel. Sonntagmorgen auf der Alp.

Unsere Jungs sind unterwegs und sammeln Beeren, die beste Ehefrau von allen macht einen augedehnten Morgenspaziergang.

So lasse ich die Gedanken etwas kreisen. Was passiert mit unserer Welt? Was wird mit uns passieren, wie werden unsere nächsten etwa 10 bis 15 Jahre werden, bis die Jungs flügge werden?Wird der Traum vom eigenen Haus wahr werden.

Wie auch immer: die Arbeit daheim ruht ein Weilchen, die Haustür ist zu und ein Wachhund ist postiert, ich kann etwas ins Blaue denken, ohne gestört zu werden.... nur ein Stündchen.

Mittwoch, 9. September 2009

HarmoS - Volksabstimmung vom 27. September 2009

Habt ihr gewusst, dass etwa die Hälfte aller Volksbefragungen über Sachthemen weltweit in der Schweiz durchgeführt werden?  Was für ein Privileg, was für eine Verantwortung.


Wir  leisten uns in der kleinen Schweiz 26 verschiedene Schulsystem. Wir haben uns mit einer eidgenössischen Abstimmung 2006 den Auftrag gegeben, diese zu vereinheitlichen. Während dem Prozess wurde heftig gestritten und einige Kantone sind leider abgesprungen. Es ist ganz klar, dass bei so einem Prozess die Beteiligten Kompromisse eingehen müssen.


Um was geht es: die Frage lautet, ob wir damit einverstanden sind, dass wir Berner uns dem Konkordat anschliessen oder ob wir wie bisher unser eigenes Süppchen kochen wollen.

Es ist unbedingt zu befürworten, dass Schulsystem vereinheitlicht werden. Ich habe selber an Instituten studiert, wo es ein offenes Problem war, dass verschiedene Kantone verschiedene Bildungsstandards führen. Ich habe von einigen Kindern gehört, die nach einem Schulwechsel in einen anderen Kanton massiv Probleme und nachhaltige Defizite hatten, weil man halt anderswo andere Prioritäten setzt.

Als Gegenargument habe ich bisher nur gehört, dass die armen Kinder bereits ab 4 Jahren in den Kindergarten müssen und somit ihr gesamte Kindheit verlieren. Das finde ich persönlich sehr kleinlich, als würde man über einen Busch streiten und den ganzen Wald nicht sehen.

Art. 5.Einschulung
1 Die Schülerinnen und Schüler werden mit dem vollendeten 4. Altersjahr eingeschult (Stichtag 31. Juli).
2 Während der ersten Schuljahre (Vorschul- und Primarunterricht) erwirbt das Kind schrittweise die Grundlagen der Sozialkompetenz und der schulischen Arbeitsweise. Es vervollständigt und konsolidiert insbesondere die sprachlichen Grundlagen. Die Zeit, die das Kind für das Durchlaufen der ersten Schuljahre benötigt, ist abhängig von seiner intellektuellen Entwicklung und emotionalen Reife; gegebenenfalls wird es durch besondere Massnahmen zusätzlich unterstützt.

Fakt ist:
  • Der zweijährige Kindergarten ist an den meisten Orten bereits heute üblich, jedoch nicht obligatorisch.
  • Für uns Berner rutscht jetzt der Stichtag von 28. Februar auf den 31. Juli, das heisst, ein Kind wird theoretisch 7 Monate früher in den Kindergarten geschickt.
Die Gegner fügen an, dass Kinder mit vier Jahren nicht reif sind für den Kindergarten und ihre Kindheit verlieren. Wenn ein Kind mit vier nicht bereit ist (da gibt es sicher einige), muss es nicht in den Kindergarten, man lese den letzten Satz des Artikels.
Mein mittlerer Sohn geht zurzeit in den ersten Kindergarten, der Ältere war letztes Jahr im Kindergarten. Ich habe sie regelmässig gefragt, was sie im Kindergarten gemacht hätten. Antwort: "Gespielt". Alles andere hat sie weit weniger beeindruckt. Was bitte könnte kindlicher sein? Welche Kindheit soll da verloren gehen? Wir reden von Kindergarten, nicht von Schichtarbeit im Kohlebergwerk!

Wir merken bei unseren drei Buben und anderen Kindern, dass frühe soziale Kontakte mit anderen Kindern unheimlich wichtig sind. Längst nicht alle Kinder haben das Glück, in einem Quartier mit gleichaltrigen spielen zu können. Es ist heute möglich, ein Kind bis zum Schulbeginn vor dem Fernseher aufwachsen zu lassen, und leider nur zu oft passiert das auch. Da wird es im fünften Lebensjahr höchste Zeit für soziale Kontakte.

Ein paar weitere Wort zum Rest von HarmoS
  • Die Gegnerschaft beanstandet, dass die Verlängerung der Shculfplicht von 9 auf 11 Jahre massiv kosten werde. Fakt ist, dass der zweijährige Kindergarten an den meisten Orten längst üblich ist, das Argument ist an den Haaren herbeigezogen. Wenn HarmoS einmal angelaufen ist, ist im Gegenteil mir Einsparungen zu rechnen, weil zwischen den Kantonen einige Reibungsverluste wegfallen werden (z.B. einheitliche Lehrmittel)
  • HarmoS näme denjenigen Eltern die Eigenverantwortung weg, die ihre Kinder sehr gerne selber betreuen würden. Wir reden von etwa 20 Stunden pro Woche. Diejenigen Eltern, die ihre Kinder bis zum 7. Geburtstag von allen Umwelteinflüssen schützen wollen, halte ich persönlich für etwas suspekt.
Noch etwas zum Stil: während die Befürworter sachlich und halt wenig reisserisch die Tatsachen und Meinungen auf den Tisch legen, redet die Gegnerschaft in gewohnter SVP-Manier der Wählerschaft Ängste ein und liefert schlichwegs falsche Fakten. Es wird z.B. behauptet, dass schon die 4-jährigen Knirpse hochdeutsch sprechen müssen. Das ist natürlich Quatsch.

Mein Antrag an dich, Leser: Lies die Botschaft, informiere dich bei PRO und bei CONTRA, und dann fülle den Zettel aus, egal ob JA oder NEIN. Wenn du dich nur an einem Plakat orientieren willst, dann lass es!


Dienstag, 8. September 2009

Entschleuniger des Tages

Es war gestern Dienstag, ich war auf dem Heimweg von der Arbeit. Etwa nach zwei Dritteln des Weges steht ein Kleinwagen am Strassenrand, die Lichter an. Beim überholen sehe ich darin eine ältere Dame, die an etwas auf dem Beifahrersitz herumnestelt.

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob wohl alles in Ordnung sei. Vermutlich hat sie ja nur gerade ein Handy-Gespräch abgenommen oder die Karte studiert...

Und wenn nicht? Regelmässig liest und hört man Geschichten, dass dieses und jenes Schlimme passiert sei, weil tausend Leute gleichgültig das Ereignis übersehen haben.

Also bin ich umgekehrt und habe mich dem Auto vorsichtig genähert und gefragt, ob alles in Ordnung
"Ja ja, ich habe nur angehalten, weil es eine so schöne Gegend ist" bekam ich zur Antwort.

Dazu ist zu sagen: ich habe tatsächlich auf meinem Heimweg eine privilegierte Aussicht, siehe StreetView-Bild unten. Es sind die Berge Hohgant, die Drei Riesen Eiger, Mönch unf Jungfrau und die Voralpenkette von Niesen fast zum Gantrisch zu sehen. Aber wenn man diese Schönheiten Tag für Tag sieht, verliert man schon das Auge dafür, das ist einfach so.

Es hat mich jedenfalls gefreut, dass es ihr gut ging und dass sie Freude an der Gegend hat. Wir haben noch ein paar freundliche Worte gewechselt, und als sie mich ein paar Minuten später überholt hat, hat sie mir zugewunken.

So kleine Episoden können einem unheimlich den Tag verüssen.


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Samstag, 5. September 2009

Einmarsch in Tripolis

Die Lega dei Ticinesi hat eine eigene Idee, das Problem der zwei Geiseln in Libyen zu lösen: man erkläre Libyen den Krieg (Artikel Tagesanzeiger). Ich überlege mir gerade, wie ich das mit der nötigen Contenance kommentieren soll, aber das gelingt mir nicht. Denen hat es definitv ins Hirn geschissen (soweit Hirn vorhanden).
Machen wir doch kurz das Gedankenspiel: unsere Armee macht ihre Mittelmeermarine bereit, um in der Nähe von Tripolis an Land zu gehen. Mit ihren Gewändern ist sie im Wüstensand perfekt getarnt. Unsere Kampfbomber lassen wir bei Gaddafis gutem Freund Silvio auftanken, bevor sie die Festungen in Tripolis angreifen. Soll ich weiterfahren? Lassen wir es. Das Resultat: Viele Tote auf beiden Seiten, über Jahrzehnte diplomatische Verstimmungen nicht nur CH-LY, sondern weitherum, Erfolg gleich null.

Ich bin für den Weg des Bunderates. Hansruedi Merz hat etwas gewagt und ist leider gescheitert. Bei einem Regime mit der Willkür eines Gaddafi-Clans kann das passieren. Klar ist es für die zwei Geiseln nicht lustig, in Libyen festzusitzen, aber sie werden auch nicht mit Handschellen bei Wasser und Brot gehalten. Ihr Leben ist nicht bedroht, anders als die kürzlich freigekommenen Mali-Geiseln. Es ist auch richtig, dass jetzt das Aussendepartement den Ball wieder aufnimmt.

Viren - Gefahr für alle Computer?

Personal Computer sind allgegenwärtig. Und alle laufen sie mit Windows. Und alle laufen Sie Gefahr, mit Viren infiziert zu werden.

Vor wenigen Tagen hatte ich mit einem versierten Fachmann eine Diskussion über Viren. Ich staune,wie normal und gottgegeben Viren, Trojaner und anderes Geseuchs angesehen werden. Man muss sich gegen Viren schützen, mit spezieller Software, und noch mehr mit dem richtigen Umgang mit E-Mails und dem Internet überhaupt. In Firmen sollen die Mitarbeiter nur gründlich geschult werden, dann passiere zu 99.9% nichts mit Viren.... eine These, die ich sehr leicht widerlegen kann.

Nur Windows ist wirklich von Viren gefährdet. Was viele nicht wahrhaben wollen: es gibt andere Betriebssystem, die sich für den heimischen oder produktiven Einsatz mindestens genausogut eignen. Es mag zwar Ansätze für Viren geben, aber bis heute sind MacOS- und Linux-Systeme fast völlig von Virenbefall verschont geblieben.

Warum Mac? Ich benutze seit 1992 Macs (daneben immer Windows bei der Arbeit, leider). Bei Windows plagt mich immer das Gefühl, es sei nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten unerwarteten Fehler (ich staune ja, dass offensichtlich Fehler erwartet werden), zum nächsten Virus oder gar zum nächsten Bluescreen, geniesse ich die Ruhe und Gewissheit, dass mein iMac einfach geht. Das ist mir ein paar Franken wert. Zugegeben, es ist ganz klar, dass sich nicht alle den Luxus eines Macs leisten wollen oder können. Das ist ein ganz anderes Thema, wo sich auch viele schlichtwegs verrechnen.

Linux läuft auf allen handelsüblichen PC und ist längst kein System ausschliesslich für Freaks mehr, besonders seit Ubuntu auf dem Markt ist. Es ist mittlerweile leichter, ein Ubuntu-System einzurichten als Windows. Man kann Ubuntu ganz leicht neben dem Windows-System einrichten, wenn man Windows doch noch braucht. Die Darstellung gerade mit Compiz-Fusion ist beeindruckend. Auf Ubuntu gibt es sehr gute Software, namentlich Firefox zum Surfen; OpenOffice steht MS Office in nichts nach (mindestens für 95% der Office-Benutzer), und die ganze Software kostet genau nichts, weil sie von der OpenSource-Gemeinschaft entwickelt wird und frei verfügbar ist. Mein kleines Netbooks läuft unter EasyPeasy, eines Ablegers von Ubuntu-Linux Speziell für Netbooks.

Spiele auf Linux? Ist natürlich etwas dürftig, aber ich halte eh eine Konsole (PlaySation, XBox und besonders Wii) für die bessere und weitaus günstigere Lösung.

Die Mini-Aernis


Darf ich vorstellen: meine Jungs, Florian (2003), Frederic (2005) und Tom (2004).

Freitag, 4. September 2009

Darf ich mich vorstellen?

Darf ich mich kurz vorstellen? Mein Name ist Andreas Aerni, geboren 1971, verheiratet mit Michèle und Vater von drei Buben, Florian, Tom und Frederic.

Meine Brötchen verdiene ich als Bauingenieur in der Abfall- und Ressourcenbranche. Vielen mag es ja gar nicht bewusst sein, woher all die Materialien zum Haus- und Strassenbau herkommen und wo alle unsere Abfälle, sei es Hausabfälle, Bauabfälle und Industrieabfälle landen. Meine Aufgabe ist es, diese Abfälle so zu lagern, dass sie unsere Umwelt, besonders Wasser, Luft und Landschaft, nicht beeinträchtigen.

Politisch würde ich mich irgendwo zwischen liberal, sozial und grün einstufen. Ich denke, das wird im Blog noch zum Ausdruck kommen. Hier in Riggisberg habe ich eine kleine Aufgabe in der Baukommission übernommen.

Religion
: Ich glaube, dass Gott die Welt und damit auch mich erfunden hat, und dass Jesus für meine Sünden gestorben ist. Ich glaube aber auch, dass die Welt etwas älter als 6'000 Jahre alt ist und dass Jesus mich liebt, ohne dass ich Gottes Gebote und weitere Regeln nach der gängigen Auslegung einhalte. Nein, ein besonders wüster Mensch bin ich deswegen nicht.

Warum mache ich einen Blog? Nun, ich denke oft, dass ich etwas zu sagen habe. Nicht immer ist dies wirklich erwähnenswert, aber warum soll ich die Arme verschränken und denken "Aues dummi Sieche". Ich gehe gegen mein 4 Jahrzehnt zu, habe einiges gesehen und erlebt. warum aendu2null? In erster Linie war der Name noch frei, aber nicht zuletzt bin ich ein Fan des Web 2.0, Cloud Computing und so weiter, war schon seit 1996 online und ein Fan des Internets. Und vielleicht stellt dieser Blog dann nicht immer mich ganz in echt dar. aendu1null hat ein paar weitere Eigenschaften, die nicht alle an die Öffentlichkeit gehören.

Also los: meine Einträge werden kaum einem roten Faden folgen, es wird sicher relativ spontan sein, manchmal Weisheiten, oft Platitüden. Ich bin gespannt, was daraus wird. Jedenfalls werde ich diesen Blog abonnieren. Du auch?