Mittwoch, 7. April 2010

Tod - eine Selbstverständlichkeit

Soeben habe ich mir Star Trek TNG "Die Auflösung" angesehen.
Dr. Timicin, ein Wissenshaftler vom Planeten Kaelon II, arbeitet an nichts weniger als der Rettung der sterbenden Sonne. Ein Test misslingt, somit ist seine Arbeit noch nicht vollständig. Doch wird Dr. Timicin bald 60 Jahre alt, der Zeitpunkt. mit dem die Menschen auf Kaelon II Platz machen für die jüngere Generation mit einem Ritual, das sich "Auflösung" nennt. Sie sterben. Dieses Ritual hat eine 2'000-jährige Tradition und ist völlig mit der Kultur verbunden. In diesem Fall ist die Tradition wichtiger als das Know How zur Rettung der eigenen Welt. Die ganze Folge handelt von Sinn und Unsinn dieses Rituals.

So wenig, wie ich so ein Ritual je gutheissen könnte, so sehr bewundere ich die Gelassenheit, Selbstverständlichkeit, ja sogar die Freude am Fest, die die Menschen von Kaelon II dem Tod entgegen bringen.

Bei uns ist der Tod schrecklich, man schiebt ihn möglichst lange und mit allen Mitteln hinaus. Er ist immer negativ behaftet, im besten Fall die Erlösung von schrecklichen Leiden. Langsam lernt die Medizin, leidende Menschen nicht mehr zu heilen, sondern deren Leiden zu lindern und so den Tod zu erleichtern.

Warum ist der Tod so negativ? Wieso wird er so gefürchtet? Warum trauern wir Menschen auf die Art, wie wir trauern? Wieso fällt es uns so schwer, über den Tod überhaupt zu sprechen? Warum akzeptieren wir den Tod nicht als Selbstverständlichkeit wie eine Geburt, wie Essen, wie Sex, wie alles, was unser Leben ausmacht?


1 Kommentar:

  1. Danke für diesen interessanten Beitrag.
    Diese und ähnliche Fragen habe ich mir in den letzten Tagen auch gestellt. Das tut wohl jeder Mensch dann und wann, meist wohl aus aktuellem Anlass.

    Eine allgemeingültige Antwort auf diese und ähnliche Fragen gibt es wohl kaum. Und auch ich habe für mich noch keine Antworten gefunden.

    "Warum ist der Tod so negativ?" - Eine Frage, die anrührt, beschäftigt, aufwühlt...

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