Donnerstag, 19. August 2010

Orange scheitert an einem einfachen Backup


Ich bin seit September 1999 Kunde bei Orange, also seit Orange in der Schweiz vertreten ist. Im Moment würde ich mir wünschen, so schnell wie möglich weg zu rennen.

Ich hatte ich defintiv vor, den Anbieter zu wechseln. Dort, wo ich mich bewege, habe ich kaum 3G-Empfang, und da Orange als einziger Schweizer keine Edge-Technik führt, bin ich datentechnisch oft in Slow-Motion unterwegs. Ich hatte ein neues Gerät und einen neuen Vertrag bereits in den Händen, als mir klar gemacht wurde, dass der Wechsel nicht ganz so einfach funktioniert. Ich hatte den laufenden Vertrag nicht gekündigt, aber auch keines der Vertragsverlängerungsangebote angenommen. So wurde der Vertrag stillschweigend einseitig um ein Jahr verlängert, kündbar mit einer hohen Busse. Das war mein Fehler, weil ich mich schlecht informiert habe, und diese Halunkerei ist offensichtlich branchenüblich.


Also entschloss ich mich zur Vertragsverlängerung; Telefon in die Hand, nach 15 Minuten hatte ich einen Operateur zur Hand, der mich fachgerecht, wenn auch knapp, beraten konnte und die Bestellung entgegennahm. Das war am 3. August.

Zwei Wochen später ohne irgendwelche Nachricht fragte ich einmal per Mail nach, wie denn der Stand der Bestellung sei. Relativ prompt (nach 28 Stunden) kam dir Antwort, es liege KEINE Bestellung vor.
Wieder Telefon in die Hand, wieder einmal 20 Minuten warten (ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, der sich am Dienst von Orange erfreut). Der nette Herr am anderen Ende bestätigte, es liege keine Bestellung vor. Sie hätten zwichen dem 8. und 12. August einen Systemabsturz gehabt, und das seien Bestellungen verloren gegangen.

Ich habe erneut meine Bestellung aufgegeben. Gemäss Operateur darf ich mit einer Wartezeit von sechs Wochen rechnen. Das wäre dann Ende September.

Ist es wahr, dass ein Konzern wie Orange sich das leisten kann? Meine Bestellung geht nach 5-9 Tagen im System verloren? Jede 1-Personen-Firma muss sich Gedanken um ein funktionierendes Backup machen. Konzerne mit Millionen von Kunden und Tausenden Mitarbeitern offensichtlich nicht.

Der Termin, wann ich endlich straffrei kündigen darf, is fett im Kalender notiert. Als Familienvater kann ich nicht so schnell 300 Franken aufwerfen, sonst wäre ich schneller weg, als das Orange Telefone abnimmt. Das dauert in der Regel 15 Minuten.

Kommentare:

  1. Mich hat damals Diax ähnlich behandelt. Die wollten und wollten mich nicht wechseln lassen (Fixnet, zwar, aber immerhin). Ein Anruf bei Swisscom, ich wolle zurück zu ihnen - paletti. Vielleicht wäre das ein Weg? Der Konkurrent hat schliesslich ein Interesse dran, sowas zu regeln, denn das macht zufriedene Kunden.

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  2. LOL, für was ein Backup für "neu" Bestellungen, sind ja so gesehen "noch" keine bezahl Kunden... Glaub mal für die RechnugsDB haben die doppelt und dreifach Backup...

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  3. üble sache. hoffe auf happy end, aber die ausrede kann man ja eigentlich nicht so stehen lassen.

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  4. Das ist ja wirklich übel. Da hast Du schon keinen guten Empfang (was bei Orange leider sehr häufig der Fall ist) und dann haben die nicht mal ein Backup. Man liest leider in letzter Zeit einiges, dass Bestellungen einfach verloren gehen.
    Bei Swisscom passiert Dir das eher nicht, bin seit 1996 dort Kunde und noch nie enttäuscht worden

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  5. Deinen Ärger kann ich nachvollziehen - in diesem Sinne mit Orange auch schon meine Erfahrungen gemacht. Ebenso wie Du bin ich seit 1999 Kunde bei dieser "Orange" (und übrigens auch Vater) - und ich frage mich mindestens zweimal pro Monat, warum ich eigentlich dieser Pflaume (oh, Orange) noch meine persönliche Daseinsberechtigung gebe. Andererseits habe ich auch schon Lichtblicke erlebt; wie beispielsweise die Bestellung des iPhone 4 am Launch-Tag; drei Tage spätter hatte ich das Modell in Händen. Nun, da gab es wieder Pluspunkte zu vergeben. Doch was die Netzabdeckung anbelangt - ganz klar. Da müsste man Wechseln. Beim Kundenservice ist es so eine Sache: die einen haben keine Probleme, andere wiederum jedesmal. Doch eines ist gewiss - meist sind es nur die schlechten Feedbacks, die sich dann ziemlich schnell verbreiten.

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