Donnerstag, 18. November 2010

Ricardo Lumengo, Wahlbetrüger

Ricardo Lumengo hat im Vorfeld der Wahlen 44 Wahlzettel als Beispiel ausgefüllt, von denen dummerweise ein paar tatsächlich den Weg in die Urnen fanden. So weit, so schlecht!

Ich mag mich erinnern, dass Parteien (die Couleur lassen wir jetzt mal ausser acht) in ihrer Wahlwerbung abermals Vordrucke beigelegt haben. Einig gehen so weit (kommt eher bei Abstimmungen vor) dass sie Erklärbär spielen und genau aufzeigen, wo man als direktdemokratische/r Schweizer/in JA oder NEIN oder einen Namen einsetzt, natürlich mit dem Wunschresultat als Beispiel. Wen bringt man wohl so an die Urne?

Alle, die jetzt auf Lumengo zeigen, besonders die Politiker, besonders seine Stammpartei, die SP, sind ein verlogenes Pack! Lumengo hat getan, was ALLE anderen auch tun, mit dem Unterschied, dass er etwas ungeschickt vorgegangen ist.

Was glaubt ihr denn, in wievielen Haushalten die Unterlagen eingesammelt werden und vom Familienoberhaupt ausgefüllt werden? Dasselbe passiert z.B. in Altersheimen. Manchmal kommt es an den Tag, meistens nicht.

Beispiel Gemeindeversammlungen: Erstens sind die mit einer Betiligung von wenigen Prozenten (Bei uns vielleicht jeweils 2%) überaus repräsentativ. Manchmal wird man am Eingang persönlich von jemandem begrüsst, der einem den Tipp gibt "richtig" zu wählen/stimmen.

Also hört auf, mit dem Finger auf Herrn Lumengo zu zeigen! Gerade Anhänger meiner Lieblingspartei möchte ich an den 19. März 1994 erinnern, als Dr. Christoph Blocher seinen Wahlknopf sowie denjenigen seiner nicht anwesenden Sitznachbarin gedrückt hat, also zwei Stimmen abgegeben hat. Die Auswirkungen einer Stimme von 246 Parlamentariern ist wesentlich grösser als 44 Stimmen von 700'000 Wahlberechtigen im Kanton Bern. Dieser Herr wurde nur gerügt, wurde seither sogar Bundesrat und zieht nach wie vor die Fäden.

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