Montag, 13. Dezember 2010

"Jede Rappe zellt" und die Twitterer

Leumund hat bekannt gegeben:
Für jeden neuen Twitter-Follower und jeden neuen Facebook Fan den ich von heute bis nächsten Freitag, 17.12.2010 um 20 Uhr mehr habe spende ich jeweils einen Franken* an Jeder Rappen zählt.
Tolle Idee! Nun gibt es einen Haufen Leute, welche mit dem blutten Zeigefinger auf Leu zeigen, das sei nur eine Promo-Aktion, wo er selber am meisten profitieren würde.

Ja, und?

Leute, die ihr so gescheit seid und Leus Aktion verurteilt, was tut ihr denn Gutes? Nein, sagt es nicht, der edle Spender will ja ungenannt bleiben.

Was interessiert es JRZ, was interessiert es die Kinder im Krieg, ob Leu wirklich aus total uneigennützigen Antrieb gespendet hat? Ist es nicht so, dass keiner wie er JRZ in Twitter zum Thema macht (ok, wieder mit Hilfe von euch Motzern) und in diesem Sog den einen oder anderen Franken in die JRZ-Kasse spült? Wie zum Beispiel die Spontan-Aktion von @tocaya am Sonntag Abend.

Kommentare:

  1. Bei der Aktion von Leu handelt es sich schon etwas gar um egoistisch motivierten Altruismus. Ich spende selbst immer wieder gerne den einen oder anderen Franken für eine gute Sache. Es würde mir aber nie in den Sinn kommen, meinen Beitrag vom Goodwill anderer abhängig zu machen. Entweder ich stehe hinter der Sache und spende, oder ich stehe nicht dahinter und lass es bleiben – ohne Wenn und Aber.

    Deine Frage « Was interessiert es JRZ, was interessiert es die Kinder im Krieg» gilt in beide Richtungen. Nehmen wir an, dass viele Leute Leus Vorgehen nicht goutieren und er deshalb nur 100 neue Follower kriegt, obwohl er bereit gewesen wäre, bis zu 500 Franken zu spenden. Was interessiert’s JRZ und die Kinder, weshalb 400 Franken weniger als möglich in ihre Kasse gespült werden? Es ändert nichts an der Tatsache, dass sie auch die übrigen 400 Franken gut hätten brauchen können, sie aber wegen Leus letztendlich fehlendem Commitment zur Sache nicht kriegen.

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  2. hmm...wo ist mein Kommentar geblieben? Technik... Also versuche ich es nochmals.

    "Ja und?" - ich halte es genau so. Ist doch wirklich egal, auf welche Weise das Geld zusammenkommt. Wichtig ist, dass die Kasse gefüllt wird. Und schliesslich hat man es selbst in der Hand, der Aktion von @leumund zuzustimmen oder gleich selbst eine satte Überweisung zu tätigen. Wem es also nicht passt, der soll es sein lassen (aber trotzdem spenden!). Es gibt Leute, die nutzen eine solche Aktion vielleicht auch aus Eigeninteresse (bei @leumund glaube ich das nicht), andere halten sich im Hintergrund und nochmals andere haben einfach spontan einen Einfall zu einem solchen Spendeaufruf, ohne sich dabei zuerst 1000 Gedanken zu machen, ob es denn Herr und Frau Schweizer passt. Lese ich mir den Beitrag von iMatrix nochmals durch, dann kommt mir wieder einmal nur eines in den Sinn: "Bünzli-Schwizer" - vielleicht sogar eine gewisse Eifersucht? Und gerade letzteres wäre bei einer solchen Spendeaktion wohl das letzte...

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  3. Ich stimme iMatrix zu. Ich habe bereits heute 50 Fr. gespendet. Natürlich hätte ich auch erst 50 neue Follower verlangen können bevor ich das Geld herausrücke.

    Es ist schon nahe an Erpressung. Entweder ihr folgt mir oder die Kinder sind mir egal. PFUI!

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  4. das ist halt social media - neben anderem eben auch noch gleich werbung für sich selber machen. ich finde die aktion gut und wer möchte, darf ja trotzdem spenden.
    übrigens gibt es noch x andere hilfsbedürftige organisationen, die dank #jrz jetzt vermutlich zu kurz kommen, weil alle ihre spenden an die kriegskinder geben. eigentlich schade.

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  5. Hihi, der iMatrix und Bünzli-Schweizer? Diese Konstellation käme mir bei ihm nie und nimmer in den Sinn. Was so eine andere Perspektive alles ausmacht... ;-)

    Wie auch immer: Ich finde, jeder darf und soll so viel spenden, wie er will. Cool finde ich, dass der Leu seine Publicity für JRZ einsetzt. Was er sonst noch privat so spendet, darf sein Geheimnis bleiben. :-)

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  6. Die ganze JRZ-Aktion ist doch primär auch nur Werbung für DRS 3.

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  7. Danke Aendu für deinen Beitrag. Unter uns, ich habe nicht mal daran gedacht dass es ja follower gibt. Ich dachte einfach, ich mach ne Aktion damit möglichst viele von #jrz erfahren. Dabei dachte ich, die Leute retweeten es und die 500 Leute (ob nun follower oder Facebook Fans) sind schnell zusammen. Mittlerweile würde ich wohl einen anderen Twitter-Account wie @drs3 dazunehmen, aber ich mag jetzt die Aktion nicht noch mehr anpassen. Immerhin ist der aktuelle Betrag nach 108 neuen Fans und Followern schon bei 416.- Franken, da ich noch ein paar Leute animieren konnte auch was in den Topf zu schmeissen. Wenn es 500 werden gibts von mir, Andi und Thomas je 500, gib 1500.- plus die 200 von Malte und den Rossiers. also 1'700.-. Dazu hat zumindest Pictura, Sprain und Hofrat eine eigene Aktion gestartet. Dem sagt man dann Fundraising was leider noch nicht alle begriffen haben. Ich war letztes Jahr gegenüber #jrz auch sehr skeptisch, konnte mit dem Thema Malaria nicht viel anfangen. Nachdem ich aber am Abschlussabend auf dem Bundesplatz war, habe ich gesehen wieviel Herzblut ganz viele Menschen beigesteuert haben. Und ehrlich gesagt, 9 Millionen zu sammeln ganz ohne Flutwelle und Erdbeben ist ein Riesenjob. Schade gibt es immer wieder Leute die einfach überall nur rummotzen und immer nur das schlechte im Menschen sehen. Ich danke dir für deinen Beitrag.

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  8. Danke, Aendu - ich seh die Erwähnung erst jetzt :-)

    Ich war gestern Abend überrascht, dass immerhin innerhalb von 3 Stunden mit recht eingeschränkter "Werbung" 20 Leute den "Blödsinn" mitgemacht haben und mich zumindest zeitweise entfollowt haben. Sie haben dabei ja nix verloren. Letzlich wär der Leumund vermutlich angesichts seiner ungeheuren Followerzahl sogar auf diese Weise noch schneller auf 500CHF gekommen (und Leumund, meine Follower sind alle wieder zurückgekommen :-)). Ich denk, in dem Fall lohnt es echt, wenn jeder sein "Asset" ausnutzt. Firmen wie DRS und Swisscom steuern ihren Teil dazu bei (und ja, da machen sie automatisch gleich Werbung für sich, ist normal, wenn man sich mit ins Rampenlicht stellt) und Blogger oder Twitterer können ihre Fangemeinde und ihre "Relevanz" nutzen.

    Ganz ehrlich: Ich fand, Leumund hätte was mit seinen "Bestandesfollowern" machen sollen und nicht um neue anzuziehen, schliesslich ist er ja Blogger aus Leidenschaft und nicht von Berufswegen um wie Firmen am Ende noch sein eh schon positives Image weiter aufzupolieren. Das hat er gar nicht nötig.;-) Aber das Gute daran war: Die Idee hat mich wiederum für eine Spontanaktion mobilisiert. Vermutlich hätt ich sonst nur ein Handy gespendet und den Rest für die Fundacion Nicolas, die mir persönlich am Herzen liegt. Auf meinen Tweet haben jedoch wies der Zufall so will ein paar Leute direkt reagiert und sieh da, schon entsteht was. Und zwar 150CHF, liebe Nörgler.

    Diese Motzerei zurzeit auf allen Kanälen nervt. Lasst die Leute spenden, wo sie möchten und wann sie möchten und können. Und auch aus welchem Grund sie möchten - ob Selbstdarstellung, Gruppendynamik, Herzlichkeit, Mitgefühl oder weil sie unbedingt die Gitarre X vom Star Y haben wollen und es ihnen wurscht ist, wo das Geld hinfliesst. Der Slogan sagts doch schon: "Jeder Rappen zählt" und zwar für jedes Kind, für jeden Bedürftigen, überall in der Welt oder auch in der Schweiz.

    So und jetzt geh ich das Geld überweisen. Und werde diesem Spendenthema für die nächsten 3 Wochen aus dem Weg gehen.

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  9. oh mist - schon wieder ein Kommentarfeld für nen Blogpost missbraucht. Deshalb kommentier ich so selten was ;-) Sorry!

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  10. @julia
    Stimmt, ich hätte genausogut sagen können für jeden der mich entfolgt zahle ich einen Franken. Gute Idee. Aber ich kann ja jetzt nicht rechtsumkehrt machen. Habe aber genug gelernt. Danke!

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  11. Als »Motzer« fühl ich mich angesprochen - und möchte nur anfügen: Selbstverständlich darf jede und jeder spenden wie und wofür und weshalb sie oder er will. Ich will niemandem diese Freiheit absprechen.
    Ich wollte nur klarstellen, dass JRZ eine gigantische Marketingmaschine ist und sonst nichts. Für all die vielen Menschen, die da mitmachen, geht es nicht darum, notleidenden Kinder zu helfen - denn wenn das ein echtes Anliegen wäre, dann hätten sie das Geld gar nicht mehr, um zu spenden, weil sie es schon gespendet hätten.

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