Montag, 31. Mai 2010

Wenn die Armee eines Rechtsstaates...

Wenn die Armee eines Rechtsstaates 19 Menschen umbringt, um ein paar Schiffe mit Hilfgütern zu stoppen, das sich nicht etwa unmittelbar vor der Küste, sondern in internationalen Gewässern befindet, dann ist etwas gehörig schiefgegangen.

Es ist klar, ich kenne nicht alle Facts! Dieser Kommentar basiert auf einem ersten Eindruck der Nachrichten.

Israels Armee hat ja nicht gerade den Ruf, ein ungeordneter Haufen von Anfängern zu sein. Aber diese Aktion war so schlecht geplant, dass ausser rumballern offensichtlich keine Optionen offen standen. Ich kann einfach nicht glauben, wie menschenverachtend da vorgegangen wurde.

Und: Wo bitte war genau die Bedrohung? Klar dürfte es nicht im Interesse Israels liegen, wenn die Sperre des Gaza-Streifens umgangen wird. Aber es waren Hilfgüter an Bord. Jetzt liegt das Schiff in einem Hafen in Israel, da würde es mich nicht wundern, wenn auf wundersame Weise Waffen gefunden werden.

Es ist ganz klar: was Israel im Holocaust widerfahren ist, ist das schrecklichste, was einem Volk überhaupt passieren kann. Das legitimiert aber nicht dazu, mit dieser Härte vorzugehen. Ich erwarte, dass die UNO den Fall aufklärt und ein Machtwort spricht, ohne dass die üblichen Protektoren ihr Veto einlegen!

Dienstag, 25. Mai 2010

Ein ♥ für Blogs

Der heutige Tag ist einem Herz für Blogs gewidmet. Gerne stelle ich drei meiner Favoriten vor:
logbuch isla volante
Das Atelier rittiner&gomez stellt regelmässig ein Bild mit einer dazugehörigen Kurzgeschichte online. Meistens geht es um Reisen, um das Meer, um Fernweh, um Begegnungen. Die Kost von rittiner&gomez ist rasch konsumiert und hinterlässt doch einen bittersüssen Nachgeschmack.
Die Welt mit den Augen sehen - Grenzgängerin
Eigentlich ein typischer Girlblog. Mal gefühlvoll, mal zickig, mal leidenschaftlich. Darüber hinaus gesellschaftskritisch, sehr intelligent. Jule verwendet zu ihrem Vorteil keine Smiley, sie bringt die Gefühlslage ganz gut ohne in die Tasten.
Nicht zu vergessen: Jule ist gehörlos, was dem Blog natürlich einige zusätzliche Themen beschert. Mit der Gefahr, dass ich mich als Hinterwäldleroute: ich staune, wie "normal" das Leben dieser jungen Frau ist, wie sie mit denselben Probleme und Leidenschaften kämpft wie wir auch.
Senfwurst BLOG
M. ist seit 15 Jahren ein lieber Freund. Er teilt einige Leidenschaften mit mir, wir sind nicht immer derselben Meinung. Sein Blog ist oft sehr persönlich, handelt von der Arbeit, von Mitmenschen, von Glauben, Kirche, Religion und Gott, ist gesellschaftskritisch, anprangernd, unbequem.
Die Auswahl ist eine Momentaufnahme, schon morgen würde ich euch vielleicht andere Blogs vorstellen. Blogs, die ich verfolge, weil ich sie gut finde oder weil ich eine Bezug zu den Leuten habe, sind im Google-Reader-Set ersichtlich.
Einen speziellen Dank gilt Yves vom http://blog.y-m-e.net/ für das Herz.

Freitag, 21. Mai 2010

Wie ich richtig Emails schreibe

Wenn du diese kleine Anleitung befolgst, wirst du ab sofort nur noch perfekte Mails verfassen, die gerne gelesen werden. Deine Wünsche werden sofort erfüllt, dein Image als Profi wird gefestigt.

Adresse
Fast wichtiger als der eigentliche Empfänger sind alle, die über das Mail Bescheid wissen müssen. Das sind alle, die mit der Angelegenheit irgendwie zu tun haben, besonders Vorgesetzte. Dafür ist das CC:-Feld da.
Für Empfänger, die mehrere Adressen haben, sende das Mail an alle Adressen, dann bist du sicher, dass er es bekommt.

Für Massenmails, Werbung, Newsletters, aber auch Offertanfragen: pass auf, dass du alle Adressen ins AN:-Feld packst. Es sollen ja alle wissen, wer dieses  Mail noch empfängt. Zeige deutlich, wer dir weniger wichtig ist, diese Adressen gehören ins CC:-Feld. Nie das BCC:-Feld verwenden, dann werden die übrigen Empfänger verheimlicht.

Freitag, 7. Mai 2010

Die Kinder vom anderen Dorf

Im Schulhaus von Ahausen herrschte immer viel Betrieb, besonders in den Pausen. Auf dem Platz wurde getschuttet, geklettert, diskutiert, gestritten und gelacht. Das war schon seit Vaters Zeiten so.

Seit einer Weile kamen ein paar Kinder aus Bestetten nach Ahausen in die Schule. Man wusste nicht so recht warum, aber vermutlich war das Schulhaus von Bestetten zu klein. Es waren etwas komische Gestalten, anders als die Kinder von Ahausen. Sie sagten "Brötli" statt "Weggli", ganz komisch. Das eine Mädchen, eigentlich ein hübsches Kind, trug immer eine grosse Sonnenbrille, wie sie halt in Bestetten getragen werden. Der andere hatte ein Bike mit roten Reifen, wie es sie man sie in Ahausen nie sieht. Und einer von denen, das war ein Schnuderhung. Von dem vermutet man, dass die in Bestetten ganz froh sind, dass er weg ist.

Auf dem Pausenplatz sassen die Kinder von Bestetten immer etwas abseits. Sie assen ihre "Brötli" zum Znüni, sahen den anderen Kindern beim spielen oder übten ihre Ballkünste. Die kritischen Blicke der Ahausener Kinder liessen vermuten, dass sie beim spielen nicht erwünscht wären. Also blieb man unter sich.

Es ging gegen Sommer, die Zeit der Fussballturniere kam. Die Ahausener hatten bisher immer eine gute Mannschaft zusammengebracht, aber die guten Spieler waren letztes Jahr aus der Schule gekommen. Es war klar, dass man dieses Jahr keine Chance gegen Cedorf.

Aber man hatte die anderen ja beobachtet, was sie so mit dem Ball anstellen konnten. "He, ihr da aus Bestetten, macht ihr beim Turnier mit?" - "Nein, wir mögen nicht, wir gehören ja sowieso nicht zu euch."

"Was tun wir nur?" berieten die Ahausener Kinder. "Ich habe eine Idee, wie wir das Problem lösen" sagte der vorwitzigste unter Ihnen: "wir sagen, dass sie keine Sonnenbrille tragen dürfen, die sind sowieso schlecht für die Augen. Und die Velos, die dürfen auch keine roten Reifen mehr haben. Unsere Reifen sind schwarz und weiss! Und natürlich müssen sie 'Weggli' sagen statt 'Böötli'. Dann spielen sie sicher gerne mit uns." - "Au ja, so machen wir das!"


Was meint ihr? Haben die Kinder aus Bestetten freudig ihre Sonnenbrille und Velos mit roten Reifen weggeworfen und mitgespielt und gehörten fortan dazu?