Mittwoch, 16. Februar 2011

FDP Liberale und BDP tun sich schwer mit der Ständeratswahl

Liebe FDP, liebe BDP, ich möchte euch bitten, den Kopf Richtung Ungarn zu wenden. Natürlich ist bekannt, dass die Fidesz mit absoluter Mehrheit im Parlament schalten und walten kann, wie sie will. Die Fidesz hat sich aus der liberalen Partei, als die sie 1988 gegründet wurde, zur rechtspopulistischen Kraft gewandelt, die mal so kurz die Rentenversicherung verstaatlicht und die Presse zensiert. (Siehe auch Blogeintrag von 22. Dezember 2010)

Die Rhetorik von Viktor Orbán und Adrian Amstutz ähneln sich sehr: direkt und rücksichtslos. Fidesz und SVP sehen sich als Retter der nationalen Identität, alles unungarische resp. unschweizerische wird verachtet (wenn es nicht dem eigenen Geldsäckel nützt). Gnade uns Gott, wenn einmal die SVP wirklich das sagen hat.

Wollen wir uns tatsächlich von einer SVP diktieren lassen, was schweizerisch ist und was nicht? Zu sehr tanzt die ganze Parteienlandschaft nach der Pfeife der SVP, es wird nur noch reagiert statt agiert. Dabei kann die SVP nur eines gut: verhindern. Und wir hätten einige Probleme zu lösen, die ein "Muni im Chriishuufe" nicht bewältigen kann.

Der SP haben wir historisch viel zu verdanken: die AHV, das Arbeitsrecht, überhaupt die Stabilität in den sozialen Schichten in den letzten Jahrzehnten. Sie hat sich immer für die kleinen und schwachen Leute eingesetzt. Zusammen mit den liberalen Parteien hat die SP die Schweiz zu dem gemacht, was sie heute ist. In den letzten Jahren, mit schwindendem Einfluss der SP geht die Lohnschere deutlich auf; während ein paar wenige richtig unanständig absahnen, gibt es Familien, die mit einem Lohn schlicht nicht durchkommen. Leider schwimmt die SP in letzter Zeit an Ort, weil sie es nicht schafft, Meinung zu machen. Das ist ihr grosses Marketing-Problem.

Ich bin von ganzem Herzen Schweizer, ich mag Land und Leute, ich stehe zu unserer Geschichte, ohne diese zu mystifizieren, und trage dabei je eine rote und eine grüne Socke, je länger, desto mehr. Die rote, weil alle zu gleichen Teilen zu unserer Gesellschaft gehören; die grüne, weil wir dabei sind, unsere Welt zu verheizen.

Vorschlag: mache auf http://www.smartvote.ch den Test, ob Ursula Wyss oder Adrian Amstutz dir näher ist. Überlege dir gut, wer auf längere Sicht tatsächlich liberaler ist. Und hey: die Abstimmung ist anonym, du musst keinem sagen, was du tatsächlich eingelegt hast.

Noch viel wichtiger: auch wenn es nur ein Bestandteil des Ganzen ist: deine Stimme zählt! Nicht zur Wahl zu gehen ist dasselbe, wie wenn du gegen deine Meinung einlegen würdest, denn das tut ein anderer für dich. 

Der Bund: «Die Person Amstutz ist das Problem»: Auch BDP verzichtet auf Empfehlung


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