Freitag, 18. März 2011

Solarkraftwerke statt Kernkraftwerke

Nach den Unfällen von Fukushima dürfte das Thema neue Kernkraftwerk ein der Schweiz so gut wie gegessen sein. Niemand setzt sich gern dem Restrisiko einer Havarie aus, der einzige Grund, noch an der Idee Kernkraft festzuhalten, ist die Angst vor Stromengpässen.

Meine Position
Egal wie unwahrscheinlich ein atomarer Unfall ist, ich bin nicht bereit, das Restrisiko zu tragen! Vom ungelösten Problem der radioaktiven Abfälle, mit denen wir tausenden von Generationen eine Hypothek hinterlassen, fange ich gar nicht erst an.
Energiesparen ist wichtig und muss mit allen Mitteln vorangetrieben werden. Ebenso werden wir in mittlerer Zukunft Elektrofahrzeuge haben, die Energie benötigen, da fossile Brennstoffe auf lange Sicht ebenso keine Zukunft haben.
Die alten Kernkraftwerke sollen gemäss vorgesehenem Zeitplan ersetzt werden, aber statt mit neuen KKW mit erneuerbaren Energien.
Ich habe die Idee dezentraler Solarkraftwerke aufgenommen und versucht, diese in einen einfachen Zusammenhang mit der Gesamtenergieversorgung zu bringen. Es ist nicht mit Experten abgesprochen und hat vermutlich Fehler drin, zeigt aber im Prinzip auf, dass es funktioniert.

Die Idee
Im Zuge der Mühlebergabstimmung Februar 2011 hat die Megasol gezeigt, wie ein dezentrales Solarkraftwerk aussehen könnte. http://solarzukunft.ch
Das funktioniert so: Hausbesitzer stellen ihre Hausdächer zur Verfügung, auf welchen der Energiedienstleister Solarzellen installiert. Mindestens im Kanton Bern bedarf dies kaum einer Baubewilligung. Man spricht von ca. 1.7% der der bebauten Flächen der Schweiz, um ein Kernkraftwerk zu ersetzen.

Nacht, Schlechtwetter, Winter
Nachts scheint die Sonne nicht. Speicherkraftwerke (z.B. Grimsel) gleichen bereits heute die Schwankungen des Strombedarfs aus, wie es einerseits über die Tageszeiten (mittags viel, nachts wenig) wie auch über die Jahreszeiten (Winter viel, Sommer weniger) geschieht.
Die Grafiken nebenan verdeutlichen, wie die Stromverteilung an einem durchschnittlichen Tag heutzutage aussieht und in Zukunft aussehen kann. Die Verteilung über Schlechtwetterperioden oder über die Jahreszeiten wird ähnlich gehandhabt, Puffer sind die Speicherkraftwerke.

Herstellung und Entsorgung
Solarpanele bestehen aus Siliziumzellen in einem Gehäuse aus Metall und Glas und enthalten wenige Elektronikbauteile.
Die Herstellung der Siliziumzellen ist nicht ganz unproblematisch, weil dafür einige hochgiftige Stoffe verwendet werden. Dies geschieht industriell und kann somit einigermassen; da sind sicher Verbesserungen und Entwicklung möglich und nötig. Das Rohmaterial Silizium gibt es praktisch überall in jedem Stein und Sandkorn.
Die Entsorgung alter Panele ist wenig problematisch: gerade Glas und Metall kann gut recyclet werden; Silizium ist ein inerter Stoff, der entweder recyclet oder problemlos deponiert werden kann.
Nebst den klassischen Siliziumzellen wir die Entwicklung weitergehen; man spricht von Solarziegeln oder von fotovoltaischer Farbe, die aufgestrichen werden kann. Wer weiss, was uns die Zukunft noch bringt?

Umsetzung
Natürlich braucht es für diesen Plan Mittel. Mühleberg II mit Rückbau würde gut 13 Mia. Franken kosten, dies wäre der Betrag für das Solarkraftwerk. Nicht zu vergessen, dass der grösste Teil des Projekts aus Planung und Montage besteht, maximal die Produktion der Solarpanels wird importiert. Man kann von etwa 5'000 Arbeitsplätzen vor allem im lokalen Gewerbe ausgehen, bis etwa 2025 die Anlagen stehen. Es würde ein neuer Industriezweig entstehen.

Fazit
Das Allerwichtigste ist der Wille zur Umsetzung. Können wir das Geplänkel rot-grün gegen bürgerlich-rechts nicht einfach vergessen und vorwärts machen? Innovation kann relativ leicht kaputt diskutiert werden. Aber wenn sich die Industrie reinkniet, wird sie das Projekt noch massiv verbessern können und auch daran verdienen, da bin ich mir sicher.
Solarenergie kostet heute je nach Anbieter etwa 50-80 Rp/kWh, vor allem aus dem Grund, weil sie nur in homöopathischen Dosen, also hier mal ein Dach und da noch eines, angewendet wird, aber kaum im grossen Stil. Megasol spricht von Produktionskosten von 11 Rp/kWh!


1 Kommentar:

  1. hab mir jetzt auch noch die solarzukunft angeschaut. wirklich interessant!
    ein netzumrichter (gleichstrom in wechselstrom) braucht heute schon nicht viel platz. so könnten dezentrale photovoltaikanlagen mit grosser wahrscheinlich auch das problem des schwächelnden energieverteilnetz in der schweiz, resp. europa lösen.

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