Dienstag, 1. November 2011

MyJourney - Bangladesh day 4

Gastbeitrag von Roshani Suter (Mo. 24.10.2011)

am morgen trafen wir uns wieder mit den leuten vom adp mymensingh. es regnete abermals blütenblätter und engel tanzten. wunderschön!

das thema heute war economic development also wirtschaftsförderung. als erstes bekamen wir gleich einen einblick ins "trainingscenter" dort haben die jugendlichen eine möglichkeit sich ausbilden zu lassen. wir sahen eine gruppe jungs deren gebiet das handy-flicken war. nebenan wurden junge frauen im nähen instruiert. mit den gewonnenen wissen und handling können diese jungen leute später mal arbeiten und geld verdienen.

nach diesem wertvollen einblick, hiess es wieder ins auto und holperholper richtung kleines dörfchen auf dem land. auch dort war der empfang wieder mal so unglaublich herzlich. wir erfuhren, dass das dorf sich dank der kühe die sie bekommen haben finanzieren können. bzw aus der milchgewinnung. diese rasse von kühen ist sehr robust, bekommt min. ein mal im jahr nachwuchs und garantiert somit die milchproduktion.

wir wurden wieder überhäuft mit nettigkeit und gastfreundschaft und bekamen milch ab der kuh sozusagen. diese herzlichkeit wird mich bis zum schluss des journeys immer wieder berühren und erstaunen.

ich schlenderte also in der hitze und der luft des bauerndörfchens umher und wurde jäh aus meinen gedanken gerissen als eine hand die meine packte. ich sah auf und blickte in das gesicht einer uralten buckligen frau. die frau hielt meine hände und drückte sie an ihr herz. sie liess mich nicht mehr los. wir liefen hand in hand umher und konnten kein wort zusammen reden. als ich den übersetzer zu fassen kriegte wollte ich zumindest den namen der frau wissen. rubia. rubia hielt meine hand noch immer als würde ich ihr weggerissen werden. wir verständigten uns mit blicken. ich sprach ihren namen aus und dann meinen.
als die zeit gekommen war zu gehen (wie immer viel zu früh) küsste sie meine hände, ich streifte einen meiner silberarmreifen ab und streifte ihn rubia über ihr knochiges handgelenk, küsste ihre hand ebenfalls. dann liess sie mich mit den andern ziehen. schnellen schrittes richtung auto. ich musste mir die tränen echt richtig verkneiffen. diese begegnung hat mich derart berührt.

nichts desto trotz die reise musste weitergehn. so konnten wir uns dann noch durchsetzen den transfer mit dem boot 10 minuten über den fluss zurück zum adp fortzusetzen statt 2 stunden mit dem auto um den fluss herum. hat das gut getan. so über dem wasser. die sonne, das wasser, die luft. einfach herrlich.

wir nahmen abschied von unserem bisherigen guide xavier. der abgelöst wurde von david schwitter aus der schweiz, welcher auf der durchreise nach indien war.
wir besuchten noch einige frauen, welche handarbeit betreiben. stoffe besticken, bedrucken, taschen knüpfen ect. diese dann verkaufen. dannach konnten wir noch einen blick in einen beautysalon erhaschen bevor es zurück zum hotel ging.

ich für meinen teil total verschwitzt und nach dem emotionalen tag recht froh in vorfreude auf eine dusche, wurde ziemlich krass auf den boden geholt als david schwytter verkündete das wir heute noch weiterreisen. also hiess der plan anstatt mal schön kühl duschen, innerhalb 10 minuten unsern ganzen krempel packen und ab ins auto. da es vorallem für ausländer eigentlich nicht erlaubt ist bei dunkelheit zu fahren, da überfallgefahr zu gross, wurden wir recht gedrängt. david fuhr mit seiner truppe hinter uns her und wir mit einem mulmigen gefühl voraus. plötzlich hielt er mitten auf der strasse an und ein typ stieg vorne ein. ohne ein wort.
irgendwann (und es war stockdunkel) fuhr der driver von der strasse ab, rollte unsern wagen auf ein verlassenes areal mit einer alten lagerhalle oder sowas und schaltete die scheinwerfer aus. mein herz klopfte schon wieder.
unsere crew hinten tauschten besorgte blicke als der driver ohne ein wort den wagen verliess und uns. der zweite typ stieg ebenfalls aus. ich denke wir alle haben einfach schon den ein oder andern horrorfilm geschaut. unsere gedanken muss ich hier nicht noch grossartig erläutern. das bleibt eurer fantasie überlassen. jedenfalls nach einem kurzern schreckensmoment, kam der fremde typ, stieg ein und fuhr los. es handelte sich also einfach um einen schichtwechsel.
so fuhren wir unendlich lange bis wir schliesslich spätabends in einer comunity eintraffen wo wir schon beim aussteigen die singenden kinder hörten. das es wieder blumen regnete muss ich glaub nicht mehr anfügen.
doch was uns dann noch erwartete übertraf (für mein empfinden) alles andere bis her gesehene.

dort in einem raum warteten kinder im alter von 3-16 jahren. wir bekamen ehrenplätze und durften eine megashow geniessen. diese kinder hatten über 2 stunden auf uns gewartet, die kleinsten zum teil kurz vor dem einschlafen haben trotzdem alle ihre auftritte mit einer unglaublichen souveränität abgeliefert das ich schon wieder mit den tränen kämpfte.
wir genossen eine min. 40minuten show.

als wir schweizer dann gefragt wurden ob auch wir etwas vortragen möchten ging zuerst ein typisch schweizerisches raunen durch unsere bänke und jeder von uns wurde ein paar cm kleiner. doch nach einer kurzen schrecksekunde wurde mir klar, dass dies endlich mal eine gelegenheit wäre um etwas zurück zu geben. ich schnappte mir david cunado (unseren begnadeten sänger) mitsamt seinem iphone, dann das mikrophon und so trällerten wir gemeinsam den song lucky von jason mraz. diejenigen die mich kennen, ich bin bestimmt kein gesangstalent, doch dieses über den schatten springen hat mich sowas von gelöst, dass die zeilen (wenn auch evt nicht immer den tontreffend) nur so aus mir rausflutschten. die leute hatten riesen spass und lachten. das hat so gut getan das könnt ihr euch nicht vorstellen. der rest unserer crew hats dann wohl auch noch gepackt und so standen david, sandy, andreas, marc und ich eingehängt vor den zuschauern und gaben "es buurebüebli ma i ned" zum besten.

wow war das ein abend.
der rest ist schnell erzählt. sandy und ich (weil wir frauen sind) wurden noch fix ausquartiert und schliefen dann in einem guesthouse. vollgetankt mit adrenalin und guten gefühlen schlief ich recht problemlos ein.

see you tomorrow.

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