Montag, 1. August 2011

Gedanken zum 1. August: Konflikte und Gelassenheit

Zusammenzug von ein paar Gedanken nach wertvollen Gesprächen. Etwas Pathos zum 1. August.

Du ärgerst dich, dass dir im Shoppingcenter Senioren im Wege stehen? Diese Senioren sind genau die Generation, die dich zu dem gemacht haben, was du bist. Sie haben deine Gesellschaft geprägt, deinen Wohlstand geschaffen, dir dein Wissen vermittelt, kurz, dir ein sorgloses Leben vorbereitet, damit deine grösste Sorge die Senioren im Einkaufscenter sind. Du musst es nicht aussprechen, denke einfach einmal "Danke!"

Du ärgerst dich über Kinderwagen, die dir im Zug im Wege stehen? Die Kinder, die darin liegen, werden einmal deine Rente finanzieren, dir dein Essen bereit stellen, dich unterhalten, dir deine Schmerzen lindern. Die Mütter dieser Kinder reissen sich den Arsch, damit diese Kinder ihre Aufgabe in der Gesellschaft in 20-30 Jahren erfüllen können. Sie werden dafür sorgen, dass dein grösstes Problem herumstehende Kinderwagen sind. Du musst es nicht aussprechen, denke einfach einmal "Danke!"

Ich wünsche Dir (und mir) etwas mehr Gelassenheit im Leben. Es ist sehr entspannend, das Ego ein Stück zurückzunehmen und den Blick auf das unbekannte Gegenüber zu richten. Unsere Welt, unsere Biospähre, unsere Gesellschaft funktioniert nur als das unendlich vielfältige System, das nie aufhört sich zu bewegen und zu entwicklen.

Du und ich sind ein Teil davon!

#erugf - Eidgenössisches Raclette- und Grillfestival der Schweizer Blogger und Twitterer

Muss ich erwähnen, dass das Festival gestern ein voller Erfolg war? Jawohl, muss ich, wüu es het gfägt wienemore, ich freue mich auf weitere Ausgaben.

Einen Gedanken möchte ich teilen, der von WorldVision resp. Clemens Schuster angestossen wurde. Immerhin haben wir völlig unbeschwert einen wunderbaren Tag verbracht (das ist gut so!)
Wir (Organisatoren des ERUGF) haben uns Gedanken zum 1. ERUGF gemacht. Ein Essen-Fest, ein kostenloses noch dazu für die Gäste, und anderswo verhungern Menschen. Das ist immer so, doch zur Zeit ist es in Afrika so prekär, dass wir bei dem Anlass einen Charity-Partner haben: World Vision Schweiz, aka @hofrat auf Twitter, fragte uns an, ob wir mitmachen.

Der Musterbetrag der Botschaft wurde mit 8 Franken angesetzt (das ist gut so, aus Gründen). Was ich gestern getrunken und gegessen habe (ich habe nicht übertrieben), wäre mir an einem Fest mindestens 50 Franken wert. Deshalb war mir sofort klar, dass ich kaum 8 Franken überweisen werde.

Erkaufe ich mir mit diesem Betrag ein besseres Ansehen? Ein bisschen, ja (man sagt ja "tue Gutes und sprich darüber"). Kaufe ich mich von der Betroffenheit frei? Nein, ganz im Gegenteil; ich bin den mir völlig fremden und unbekannten Menschen ein wenig näher gerückt.

Ich will keine weiteren Diskussionen über Beweggründe hören. Jedes Wort darüber ist verschwendet und verhindert einem Menschen Zugang zu Wasser und Nahrung.

Und Du: du machst es jetzt besser als ich! Tue es einfach und schweige darüber! Betrag: egal!

SMS an die Nummer 339 mit Vermerk "HILFEAFRIKA (Betrag)", dann läuft's wie nebenan beschrieben.  Alternativ über dieses Formular.