Gastbeitrag von Roshani Suter (Mo. 24.10.2011)
am
morgen trafen wir uns wieder mit den leuten vom adp mymensingh. es
regnete abermals blütenblätter und engel tanzten. wunderschön!
das
thema heute war economic development also wirtschaftsförderung. als
erstes bekamen wir gleich einen einblick ins "trainingscenter" dort
haben die jugendlichen eine möglichkeit sich ausbilden zu lassen. wir
sahen eine gruppe jungs deren gebiet das handy-flicken war. nebenan
wurden junge frauen im nähen instruiert. mit den gewonnenen wissen und
handling können diese jungen leute später mal arbeiten und geld
verdienen.
nach diesem wertvollen einblick, hiess es
wieder ins auto und holperholper richtung kleines dörfchen auf dem land.
auch dort war der empfang wieder mal so unglaublich herzlich. wir
erfuhren, dass das dorf sich dank der kühe die sie bekommen haben
finanzieren können. bzw aus der milchgewinnung. diese rasse von kühen
ist sehr robust, bekommt min. ein mal im jahr nachwuchs und garantiert
somit die milchproduktion.
wir wurden wieder überhäuft mit
nettigkeit und gastfreundschaft und bekamen milch ab der kuh sozusagen.
diese herzlichkeit wird mich bis zum schluss des journeys immer wieder
berühren und erstaunen.
ich schlenderte also in der hitze
und der luft des bauerndörfchens umher und wurde jäh aus meinen gedanken
gerissen als eine hand die meine packte. ich sah auf und blickte in das
gesicht einer uralten buckligen frau. die frau hielt meine hände und
drückte sie an ihr herz. sie liess mich nicht mehr los. wir liefen hand
in hand umher und konnten kein wort zusammen reden. als ich den
übersetzer zu fassen kriegte wollte ich zumindest den namen der frau
wissen. rubia. rubia hielt meine hand noch immer als würde ich ihr
weggerissen werden. wir verständigten uns mit blicken. ich sprach ihren
namen aus und dann meinen.
als die zeit gekommen war zu gehen (wie
immer viel zu früh) küsste sie meine hände, ich streifte einen meiner
silberarmreifen ab und streifte ihn rubia über ihr knochiges handgelenk,
küsste ihre hand ebenfalls. dann liess sie mich mit den andern ziehen.
schnellen schrittes richtung auto. ich musste mir die tränen echt
richtig verkneiffen. diese begegnung hat mich derart berührt.
nichts
desto trotz die reise musste weitergehn. so konnten wir uns dann noch
durchsetzen den transfer mit dem boot 10 minuten über den fluss zurück
zum adp fortzusetzen statt 2 stunden mit dem auto um den fluss herum.
hat das gut getan. so über dem wasser. die sonne, das wasser, die luft.
einfach herrlich.
wir nahmen abschied von unserem
bisherigen guide xavier. der abgelöst wurde von david schwitter aus der
schweiz, welcher auf der durchreise nach indien war.
wir besuchten
noch einige frauen, welche handarbeit betreiben. stoffe besticken,
bedrucken, taschen knüpfen ect. diese dann verkaufen. dannach konnten
wir noch einen blick in einen beautysalon erhaschen bevor es zurück zum
hotel ging.
ich für meinen teil total verschwitzt und nach
dem emotionalen tag recht froh in vorfreude auf eine dusche, wurde
ziemlich krass auf den boden geholt als david schwytter verkündete das
wir heute noch weiterreisen. also hiess der plan anstatt mal schön kühl
duschen, innerhalb 10 minuten unsern ganzen krempel packen und ab ins
auto. da es vorallem für ausländer eigentlich nicht erlaubt ist bei
dunkelheit zu fahren, da überfallgefahr zu gross, wurden wir recht
gedrängt. david fuhr mit seiner truppe hinter uns her und wir mit einem
mulmigen gefühl voraus. plötzlich hielt er mitten auf der strasse an und
ein typ stieg vorne ein. ohne ein wort.
irgendwann (und es war
stockdunkel) fuhr der driver von der strasse ab, rollte unsern wagen auf
ein verlassenes areal mit einer alten lagerhalle oder sowas und
schaltete die scheinwerfer aus. mein herz klopfte schon wieder.
unsere
crew hinten tauschten besorgte blicke als der driver ohne ein wort den
wagen verliess und uns. der zweite typ stieg ebenfalls aus. ich denke
wir alle haben einfach schon den ein oder andern horrorfilm geschaut.
unsere gedanken muss ich hier nicht noch grossartig erläutern. das
bleibt eurer fantasie überlassen. jedenfalls nach einem kurzern
schreckensmoment, kam der fremde typ, stieg ein und fuhr los. es
handelte sich also einfach um einen schichtwechsel.
so fuhren wir
unendlich lange bis wir schliesslich spätabends in einer comunity
eintraffen wo wir schon beim aussteigen die singenden kinder hörten. das
es wieder blumen regnete muss ich glaub nicht mehr anfügen.
doch was uns dann noch erwartete übertraf (für mein empfinden) alles andere bis her gesehene.
dort
in einem raum warteten kinder im alter von 3-16 jahren. wir bekamen
ehrenplätze und durften eine megashow geniessen. diese kinder hatten
über 2 stunden auf uns gewartet, die kleinsten zum teil kurz vor dem
einschlafen haben trotzdem alle ihre auftritte mit einer unglaublichen
souveränität abgeliefert das ich schon wieder mit den tränen kämpfte.
wir genossen eine min. 40minuten show.
als
wir schweizer dann gefragt wurden ob auch wir etwas vortragen möchten
ging zuerst ein typisch schweizerisches raunen durch unsere bänke und
jeder von uns wurde ein paar cm kleiner. doch nach einer kurzen
schrecksekunde wurde mir klar, dass dies endlich mal eine gelegenheit
wäre um etwas zurück zu geben. ich schnappte mir david cunado (unseren
begnadeten sänger) mitsamt seinem iphone, dann das mikrophon und so
trällerten wir gemeinsam den song lucky von jason mraz. diejenigen die
mich kennen, ich bin bestimmt kein gesangstalent, doch dieses über den
schatten springen hat mich sowas von gelöst, dass die zeilen (wenn auch
evt nicht immer den tontreffend) nur so aus mir rausflutschten. die
leute hatten riesen spass und lachten. das hat so gut getan das könnt
ihr euch nicht vorstellen. der rest unserer crew hats dann wohl auch
noch gepackt und so standen david, sandy, andreas, marc und ich
eingehängt vor den zuschauern und gaben "es buurebüebli ma i ned" zum
besten.
wow war das ein abend.
der rest ist schnell
erzählt. sandy und ich (weil wir frauen sind) wurden noch fix
ausquartiert und schliefen dann in einem guesthouse. vollgetankt mit
adrenalin und guten gefühlen schlief ich recht problemlos ein.
see you tomorrow.